Spiele kennen keine Grenzen Spiele sind nicht nur für Kinder

„Ich Beim Wort „Spiele“ denkt man zumeist gleich an Kinder. Dabei sind sehr viele Spiele ursprünglich zum Zeitvertreib für Erwachsene entstanden. Bei Spielen kann man sich miteinander messen, Probleme lösen, sich entspannen, vom Alltag abschalten, Strategien entwickeln und einfach jede Menge Spaß haben. Das wussten übrigens schon die alten Griechen und Römer.

Schon in der Antike wurde gespielt

Backgammon zum Beispiel ist eines der ältesten Brettspiele der Welt. Es geht die Legende, dass das Spiel im 12. Jahrhundert v. Chr. in der Zeit des Trojanischen Krieges entstanden ist, um den vor Troja lagernden Soldaten die Zeit zu vertreiben und sie damit bei Laune zu halten. Und bei den Römern galt Kaiser Claudius als begeisterter Backgammonspieler, der darüber sogar ein Buch geschrieben haben soll. Zur Zeit der Kreuzzüge war das Spiel dann auch in Westeuropa weit verbreitet, zunächst nur unter den Adligen, allmählich auch bei der breiten Bevölkerung. Und zwar so beliebt, dass Richard Löwenherz wegen der Spielleidenschaft seiner Soldaten angeblich eine Verordnung erließ: Niemand von geringerem Stand als Ritter dürfe um Geld würfeln. In Deutschland trug das Spiel im Mittelalter noch den Namen „Wurfzabel“, im Englischen „Tables“. Als Backgammon wird das Brettspiel erst 1650 nachweislich erwähnt.

Ein weiteres Brettspiel, ebenfalls von den alten Römern gern gespielt: Mühle. Die Spielbretter dafür waren aus Holz, Elfenbein, Marmor oder Ton und oft – völlig praktisch gesehen – auch einfach nur in den Boden geritzt. Wenn dies auf einem gepflasterten Platz passierte, hatte dieses Spielbrett eine lange Haltbarkeitsdauer, nämlich bis in unsere Tage. Ein Beispiel dafür findet sich auf einer der Marmorplatten, aus denen der Königsthron von Karl dem Großen in der Aachener Pfalzkapelle besteht. Bis zum 18. Jahrhundert war Mühle das beliebteste Brettspiel in Europa. Seine Ursprünge liegen allerdings im nördlichen Afrika, nämlich im alten Ägypten.

Im Westen wie im Osten

Auch das Geschicklichkeitsspiel Mikado wurde schon von den Römern gespielt, sein Name deutet allerdings auf einen ostasiatischen Ursprung hin. Der Stab mit dem höchsten Wert hat dem Spiel seinen Namen verliehen, er wird Mikado genannt und dies ist eine veraltete Bezeichnung für den japanischen Kaiser.

Mensch ärgere dich nicht geht dagegen auf ein altes indisches Spiel namens Pachisi zurück. Weil es u.a. auch in arabischen Ländern Einzug hielt, gelangte es von dort durch die Mauren nach Europa. An orientalischen Höfen gab es die für unsere heutige Zeit recht gewöhnungsbedürftige Variante, als Spielfiguren Bedienstete einzusetzen, die sich auf überdimensional großen Spielfeldern bewegten. In Deutschland trat Mensch ärgere dich nicht seinen wahren Siegeszug erst ab 1914 an und auch hier waren Soldaten erheblich an seinem Durchbruch beteiligt: J.F. Schmidt (der Gründer der Schmidt-Spiele), der das Spiel in seiner heutigen Form entwarf, schickte im zweiten Weltkrieg 3.000 Spiele an Lazarette, um die Soldaten zu unterhalten und aufzumuntern.

Nur die Namen unterscheiden sich

Ganz ohne Brett und Spielfiguren kommt die Reise nach Jerusalem aus. Heute wird sie meist nur noch auf Kindergeburtstagen gespielt, lange Zeit galt sie jedoch auch unter Erwachsenen als neckischer Zeitvertreib. Verbreitet ist dieses Spiel auf der ganzen Welt, allerdings oft unter verschiedenen Namen. In Rumänien zum Beispiel heißt es „Vöglein such dein Nest“, in Schweden „Stürmische See“ und in Dänemark, Holland und Portugal ist es auch als „Stuhltanz“ oder „Stuhlpolonaise“ bekannt.

Spielen verbindet

Das Schöne an all diesen uralten Spielen ist, dass sie trotz all der neuen Internetspiele und Virtual Games nach wie vor mit großer Begeisterung gespielt werden und zwar weltweit. Sie scheinen tatsächlich ein Grundbedürfnis des Menschen zu befriedigen, im Süden wie im Norden, im Osten wie im Westen. Klare Sache: Spiele verbinden.